The Little Kung Fu Horse

Dieses Buch (ist auf Deutsch) erzählt die spannende Geschichte von zwei Pferden, Delgado und Querido. Eine wahre Geschichte über Klugheit, Weitsicht und Interaktion. Sie zeigt auf wie es möglich wird, in Verbindung mit sich selbst und seinem Gegenüber zu treten, dabei innerlich lächelnd und gewaltfrei zu bleiben. Die Erzählung von Manuela Tuena regt auf wohltuende Weise das Bewusstsein an.

 

ISBN 978-3-033-05719-7, 59 Seiten, Fr. 24.60

Rezensionen

Was hat eigentlich Kung Fu mit Pferden zu tun? Auf rund 60 Seiten beschreibt die Autorin Manuela Tuena klar und sorgfältig einen Annäherungsprozess eines rangniederen Pferdes. Die Offenstallanlage, die Pferdepersönlichkeiten der bestehenden Herde und die räumliche Umstrukturierung werden ausführlich beschrieben. Die Strategie von Little Kung Fu Horse namens Delgado besteht aus Ausdauer, steter Wachsamkeit und dem erweitern von Grenzen und das alles gewaltfrei.

 

Sehr stimmige Bilder des kleinen Paradieses ergänzen durch ihre starke grafische Wirkung die Erzählung. Mit einer genauen Sprache beschreibt Manuela Tuena Szenen aus dem Pferdealltag. Das scheint auf den ersten Blick unspektakulär und genau darin liegt der Reiz verborgen. Das Büchlein widerspiegelt die Achtsamkeit und die tiefe Verbundenheit der Autorin zu Pferden so wie dies auch in ihrem direkten Unterricht spür- und sichtbar ist.

 

The Little Kung Fu Horse regt an, über Geduld und sich Zeit lassen nachzudenken. Somit hat Kung Fu viel mit Pferden zu tun, denn es bedeutet durch disziplinierte Arbeit Klugheit und Weitsicht zu erreichen.Beatrice Wenger & Andrea Kirchhofer, Oktober 2016  

Vorschau

2. AUSDRUCK UND EINDRUCK DER MIMIK

 

Die Tage vergingen und Delgado fühlte sich von Woche zu Woche sicherer in seinem neuen Lebensraum. Er hatte entdeckt, dass er die drei Stuten rumschieben kann, wenn er seine Ohren nach hinten anlegte und die Nase rümpfte. Manchmal klappte es bereits mit einem auffordernden Blick. Manchmal musste er seine Aufforderung auch stärker zum Ausdruck bringen und das Gesicht richtig deutlich verziehen, um den Stuten genug Eindruck zu machen. Ich hatte ihn bis dahin selten mit angelegten Ohren und diesen herausfunkelnden Augen gesehen. Es kam mir vor, als ob er sich und seine Wirkung ausprobierte. Delgado hatte gemerkt, dass er durch seine Mimik so einiges in der Herde bewirken kann.

 

Eine Phase des Austestens: „Was und wieviel brauchte es? Wann und wie reagierten die anderen Pferde darauf?“

 

Einzig bei Diddel klappte das nicht. Dieser liess sich von den Gesichtern, die Delgado zog, nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Wenn Diddel zum Heu hin wollte, dann musste Delgado unverzüglich den Weg räumen – ohne dass Diddel gross sein Minenspiel einsetzte. Es genügte, dass Diddel seinen Körper in die gewollte Richtung bewegte. Dann kam eine zielgerichtete Kraft vor ihm hergeschoben, die den Weg freiräumte. Einfach so, aber gewaltig. Diese ruhige, starke Energie schien Delgado ernsthaft zu beeindrucken. Er zweifelte sie keinen Augenblick an. Es gab nichts zu testen oder auszuprobieren. Wenn da schon solche Kraft von ihm ausging, ohne dass dieser nur annähernd das Gesicht verziehen musste, dann wollte Delgado ihn nicht weiter herausfordern.